Galerie im Einstein Ausstellung
Wally Gilbert – “GEOMETRIC SERIES: SQUARES, TRIANGLES, AND LINES”

Ein Ausstellungsprojekt des amerikanischen Fotokünstlers und Chemie-Nobelpreisträgers Wally Gilbert

Die Ausstellung ist vom 28. September bis zum 13. November 2011, täglich von 7.00 bis 22.00 Uhr geöffnet.

Zur Ausstellung

Die Galerie im Einstein und die Akademie für Lebenskunst freuen sich, aktuelle Arbeiten des amerikanischen Fotokünstlers und Chemie-Nobelpreisträgers Wally Gilbert präsentieren zu dürfen. Mit dieser neuen Werkgruppe geht der Künstler, der bisher für seine figurativen Digitalfotografien bekannt war, neue Wege und wendet sich der Abstraktion in Form von großformatigen Fotografien zu. Obwohl diese Bilder von einfachen geometrischen Formen wie Quadraten oder Dreiecken abgeleitet sind, schafft Gilbert hieraus Kompositionen mit einem hohen Maß an Komplexität und spannenden Farbspielen. Mithilfe eines Computers erstellt Gilbert Iterationen und Modifikationen einer Basisform aus simplen Linien durch übereinander liegende, leicht verschobene Wiederholungen, die er dann mit Farben versieht, um innovative Farbmuster zu kreieren.

Peter Frank, Kunstkritiker der Huffington Post (London, UK) und Gastkurator am Riverside Art Museum (Riverside, CA) schreibt über diese Werkgruppe: "Gilbert nimmt einfache geometrische Formen, verflechtet sie in ein digitales Spiegelkabinett und transformiert gänzlich bescheidene Gestalten systematisch in kunstvoll-raffinierte Farbinstallationen. Rhythmische Pulsierungen wiederholen sich und schaffen dadurch endlose Muster; verschlungene Strukturen entfalten sich und implodieren in edelsteinartige Erscheinungen. Farben schwellen an und gehen in einander über, so dass das Auge bis zum pulsierenden Schwirren gekitzelt wird. Die Strukturen fangen einfach an, verändern sich aber schnell. Gilbert hätte einer orthodoxen minimalistischen Formel folgen können, indem er ein bestimmtes Schema in all seine Iterationen ausarbeiten könnte, doch stattdessen geht er einen anderen Weg, der eher durch Geschmack bestimmt wird -ein Geschmack für Schönheit sowie für optische Faszination."

Mary L. Beebe, Direktorin der Stuart Collection an der University of California, San Diego, stellt fest: "Es ist eindeutig, dass Wally Gilberts Begabung als Wissenschaftler in seine künstlerische Arbeit hineinfließt. Sein Geist ist der eines wahren Forschers. Diese Arbeiten sind visuell betörend und lebhaft, und führen uns unmittelbar in neue Dimensionen."

Künstlerstatement zur Ausstellung in Berlin

"Mein aktuelles Werk besteht aus Kompositionen, die aus geometrischen Mustern entstehen. Ich fing mit Formen an, die auf Quadraten basierten, die über einander als immer kleiner werdende Gebilde gelegt wurden. Danach setzte ich mich mit Dreiecken auseinander. Meine aktuellsten Arbeiten sind nun ausschließlich auf Linien basiert - entweder als einzelne Linien oder in einem Satz von bis zu fünf Linien. Ich zeichne diese Bilder per Hand auf dem Rechner. Der Rechner hält die Zwischenformen einfach fest, während ich die verschiedenen von mir geschaffenen Schichten übereinander lagere, um die Komposition nach und nach aufzubauen. Ich lege die Bilder in schwarz-weiß an, erst nachher werden sie von mir mit dem Rechner koloriert. Dafür generiere ich die Farben entweder durch die einfache Verwendung der mir im Programm zur Verfügung stehenden Farben oder - was viel komplizierter ist - durch eine Veränderung der globalen Durchgangsmatrix-Funktionen für jede einzelne Farbe und Intensität. Wenn die Schichten der verschiedenen kolorierten Formen miteinander reagieren, entstehen noch weitere Farbmuster. Der Rechner ist eine Art digitaler Arbeitsraum, in dem ich mit Hand und Auge arbeite. Meine frühere "Vanishing”-Serie basierte auf einer natürlichen Form, nämlich dem Profil eines menschlichen Kopfes. Die vielen Muster, die innerhalb dieser Serie geschaffen wurden, besaßen alle den Aspekt einer biologischen oder natürlichen Kurve, die auch in den kleinsten Ausschnitten manifestiert war.
In meinen aktuellen Arbeiten ist das Grundelement eine gerade, schattierte Linie. Diese Bilder veranschaulichen meine Freude an Farbe und Form, sowie meine Suche nach einem dreidimensionalen Effekt auf einer zweidimensionalen Fläche."

Über Wally Gilbert und seine Kunst

Wally Gilbert blickt auf eine lange internationale Karriere als Wissenschaftler zurück. Er erforschte die DNA und Gene innerhalb der Molekularbiologie. 1980 erhielt er gemeinsam mit dem Engländer Fred Sanger den Nobelpreis für Chemie für seinen Beitrag zur Entschlüsselung der DNA-Sequenz. Beide versuchten Wege zu finden, die Ordnung der chemischen Elemente um die DNA-Moleküle zu ergründen, um somit erstmalig Gene „lesen“ zu können. Diese Entdeckungen trieben die Entwicklung der Biologie als genbasierte Wissenschaft in den letzten drei Jahrzehnten voran, führten zur Gründung des Forschungsprojektes „Humangenomprojekt“ sowie zum gegenwärtigen Verständnis aller Organismen.

Seit zehn Jahren arbeitet Gilbert nun im Bereich der digitalen Kunst. Er begann mit einer kleinen Digitalkamera und schuf großformatige Bilder, die basierend auf Formen, Texturen und Farben einzelne Elemente der Welt darstellten. Häufig waren diese Bilder bestimmt von Maschinen oder Architekturen. Jan Kubasiewicz, Prof. am Massachusetts College of Art, organisierte im Jahr 2004 seine erste Einzelausstellung. Gilbert entwarf 2007 eine Installation mit bis zu 3,6 x 2,4 m und 90 x 60 cm großen Drucken, letztere auf Plexiglas aufgezogen, für eine alte, verfallene Fabrik in Warschau aus großformatigen Prints. Die Installation war danach auch in Lodz und Poznañ sowie in Teilen auch in New York, Washington D.C., Los Angeles und San Diego zu sehen.

Im Zuge eines Buchprojektes fotografierte Gilbert über mehrere Jahre Balletttänzer während der Proben. 68 seiner Fotografien erschienen im Buch „Behind the Scenes at Boston Ballet“ von Christine Temi und fangen sowohl Freude als auch Bewegung der Tänzer ein.

Später ging er künstlerisch in die Abstraktion über. Seine ersten Arbeiten dieser Form basierten auf Silhouetten, die er aus Fotografien gewann. Er abstrahierte von zunächst noch nachvollziehbaren menschlichen Kopfformen mehr und mehr zu reinen Mustern, die nur noch entfernt natürliche, biologische Kurven widerspiegeln. In jüngster Zeit widmet er sich mehr der digitalen Kunst und zeichnet geometrische Bilder per Hand auf dem Computer. Diese Arbeiten entwickeln sich zunächst aus überlagernden, verschränkten Quadraten und Dreiecken, die stark koloriert oder in schwarz-weiß gehalten sind, um schließlich auf die einzelne Linien zurückzuführen.

Gilbert stellte seine Arbeiten in 34 Einzelausstellungen aus. Er lebt mit seiner Frau Celia Gilbert in Cambridge, Massachusetts. Celia Gilbert ist Künstlerin und Schriftstellerin, veröffentlichte fünf Gedichtbände, darunter die 2009 in Warschau erschienene Sammlung „Coœ na wymianê”, die sie unter dem Künstlernamen Czuly Barbarzyñca publizierte.

Zur Akademie für Lebenskunst

Die Wissenschaft der Antike sah Kunst, Medizin, Physik, Mathematik oder Soziologie nicht als getrennte Disziplinen an. Das universale Wissen, die übergreifende Erkenntnis der Dinge standen im Vordergrund. Dieser Idee folgend haben Gerald Uhlig-Romero, Peter Badge und Andreas Seyffert die Akademie für Lebenskunst gegründet. Mit öffentlichkeitswirksamen und interdisziplinären Kunstprojekten, Salon- und Gesprächsrunden soll die Akademie eine Agora für den geistigen Austausch moderner Kosmopoliten sein.

Die Akademie für Lebenskunst will durch ihre Aktivitäten dazu einladen, auf die Suche nach Weisheit und Erkenntnis im jungen 21. Jahrhundert zu gehen, denn die Anforderungen der Zukunft werden nur noch durch spartenübergreifendes, vernetztes Denken und Handeln bewältigt werden können. Die Ausstellung „seltenes alphabet“, die sich künstlerisch mit dem Thema seltener Erkrankungen beschäftigte, war das erste Projekt dieser Art, das die Akademie sehr erfolgreich und unter großem Medieninteresse Ende 2010 realisieren konnte.

Das Ausstellungsprojekt wurde durch die Galerie Einstein Unter den Linden und der Akademie für Lebenskunst unterstützt.

 

Gerald UhligDie Galerie im Einstein
wurde zeitgleich zum Cafe Einstein Unter den Linden 1996 von dem Künstler Gerald Uhlig-Romero ins Leben gerufen. Die Galerie im Einstein zeigt vor allem Fotografie von nationalen und internationalen Fotokünstlern, die sich auch in anderen künstlerischen Berufen einen Namen gemacht haben.

Weltweites Aufsehen erregte die Galerie im Einstein mit der Ausstellung von Sam Shaw "Marilyn - The New York Years" wo bisher unveröffentlichte Fotografien von Marilyn Monroe gezeigt wurden. Weitere Ausstellungen wurden realisiert mit dem Fotografen Helmut Newton 1998, mit dem Hollywoodschauspieler und Fotografen Dennis Hopper (1999) mit dem Filmregisseur und Fotografen Wim Wenders "(2000), dem bekannten Berliner Fotografen André Rival. 2004 fand die Ausstellung des Filmschauspielers, Oscarpreisträgers und Fotografen Joel Grey statt. Auch junge noch zu entdeckende Fotografen präsentiert die Galerie im Einstein: Bjoern Comorell, Michael Najjar, Peter Badge u.v.a.